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8. Februar 2011: Henning Scherf zu Gast in Hannover: Der kostbare Alltag – Potentiale und Perspektiven alternativer Wohnformen

„Neue Lebensentwürfe für das Alter - Selbstbestimmt und hochaktiv“: Unter diesem Motto sprach Henning Scherf, Bürgermeister a.D. der Freien Hansestadt Bremen und langjähriger Bewohner eines alternativen Wohnprojektes über das aktive Leben im Alter „Das Leben ist noch lang, wenn ihr in Rente geht“, wandte sich Henning Scherf an die über 200 Besucher und Besucherinnen am Freitagabend im Betriebsrestaurant enercity.

„Es lohnt sich, diesen Lebensabschnitt zu gestalten.“ Und so verfolgten und beteiligten sich viele auch an der Podiumsdiskussion auf der Veranstaltung der SPD-Ratsfraktion.

Mit dabei waren Ingeborg Dahlmann, Forum gemeinschaftliches Wohnen e.V., Bundesvereinigung, Jasmin Arbabian-Vogel, Geschäftsführung Interkultureller Sozialdienst, sowie Peggy Keller, Ratsfrau der SPD. Gemeinsam mit der Moderatorin Tanja Schulz kamen die Chancen einer alternden Gesellschaft zur Sprache. Zuvor hatte sich Christine Kastning, Fraktionsvorsitzende der SPD-Ratsfraktion, gewünscht, dass in Zukunft weniger die Belastung in den Vordergrund gestellt wird, die durch einen wachsenden Anteil älterer Menschen entsteht, sondern deren Potentiale und Ressourcen.

Aufgrund eines bewussteren Umgangs mit dem Thema werden von den Senioren und Seniorinnen zunehmend klare Vorstellungen zum Leben im Alter formuliert und auch eingefordert. Viele ältere Menschen suchen nach einer aktiven und produktiven Rolle in der Gesellschaft. Für den Bestand und die Weiterentwicklung des sozialen Miteinanders ist es überaus bedeutsam, dass die Weitergabe von Erfahrungswissen und das Gefühl von Gebrauchtwerden einen festen Platz im Dialog der Generationen erhält und gemeinwesenorientiert noch ausgebaut werden kann. Hier taucht die Grundidee „Großfamilie“ in neuer Prägung auf: Durch die Mehrgenerationenhäuser und durch die Wohngemeinschaften im Service-Wohnen im Bestand, werden neue Wege geschaffen, die eine Verbindung von zentralem Wohnen und einem Leben in der Mitte des Vertrauten ermöglichen.

Das Podium war sich einig, dass ein aktives Leben und Wohnen im Alter vorausschauend geplant werden sollte. Jasmin Arbabian-Vogel erklärte, dass insbesondere die Alltagserfahrung im selbstbestimmten Wohnraum fit hält. Das Forum gemeinschaftliches Wohnen bietet sich als erste Anlauflaufstelle für die Suche nach Alternativen Wohnformen an. Ingrid Dahlmann machte deutlich, wie wichtig es ist, dass in Zukunft auch die Wohnungsgesellschaften mitziehen und mehr Mietobjekte in diesem Bereich anbieten.

Peggy Keller kündigte an, dass sie den Dialog zwischen Politik, Verwaltung, Wohlfahrtverbänden, Pflegestellen und der Wohnungswirtschaft voranbringen will und hierzu einen Runden Tisch „Hannover für gemeinschaftliches Wohnen“ ins Leben rufen will.
Eine zukunftsorientierte kommunale Seniorenpolitik muss sich besonders zwei Aspekten widmen: Einerseits einer primär sozialpolitischen Perspektive, die die Sicherheits- und Schutzfunktion der Kommunen bei besonderen Hilfslagen wie etwa Krankheit, Hilfs- und Pflegebedürftigkeit beinhaltet und andererseits einer Perspektive, die auf die Förderung der Selbstbestimmung, den Erhalt der Selbstständigkeit sowie die Selbst- und Mitverantwortung älterer Menschen zielt. „Mit der heutigen Veranstaltung sind wir einen großen Schritt in die Richtung einer modernen kommunalen Seniorenpolitik gegangen. Wir haben unsere Wanderschuhe angezogen und machen uns gemeinsam auf den Weg“, resümiert Peggy Keller.

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